Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
Sie sind hier:
  • »
  • »
  • Die Welt der SEO-Daten: Warum man kostenlosen SEO-Tools nicht vertrauen sollte

Die Welt der SEO-Daten: Warum man kostenlosen SEO-Tools nicht vertrauen sollte

Wer einen Überblick über seine eigene Webseite behalten und immer auf dem neusten Stand sein möchte, was Sichtbarkeit, Platzierungen, Backlinks und vieles mehr angeht, wird nicht drum rum kommen früher oder später auf SEO-Tools zurückzugreifen. Doch die Frage ist: „Reichen kostenlose Tools aus oder muss es zwangsläufig ein teures Profi-Tool sein?“

In letzter Zeit häufen sich bei uns in der Agentur die Anfragen besorgter Kunden, was den los sei mit der eigenen Webseite. 4 Prozentpunkte hier verloren, 10 Keywords nicht mehr dort, wo sie letzte Woche standen, etc. Auf die Frage, wie der Kunde denn auf dieses Zahlen kommt, gibt es meist zwei Antwortmöglichkeiten: Entweder ich bin mir ziemlich sicher, dass die Suchbegriffe letzte Woche noch auf Seite 1 waren oder das hat mir das [kostenlose] SEO-Tool „XYZ“ gezeigt.

Vergleicht man die Daten im Anschluss mit Sistrix, Xovi oder einem anderen kostenpflichtigen SEO-Tool, lässt sich der Kunde in vielen Fällen besänftigen. Der Verlust ist gar nicht so groß, wie anfangs angenommen, es handelt sich um eine kurzfristige Schwankung oder ist gar nicht vorhanden, die Keywords stehen auch immer noch dort, wo Sie letzte Woche standen und die Webseite ist auch keinem Google-Update zum Opfer gefallen.
Doch wie kann es sein, dass zwei unterschiedliche Werte ausgegeben werden? Oder liegt es gar an einer fehlerhaften oder falschen Interpretation?
Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Daten alleine reichen nicht aus, auf die Interpretation kommt es an

Auf der einen Seite gibt jedes Tools einen bestimmten Wert aus, der für sich steht und eine entsprechende Aussage tätigt. So gibt ein Backlinktool die Anzahl der vorhandenen Links einer Webseite aus, eine Sichtbarkeitskurve spiegelt die Veränderung der Sichtbarkeit einer Webseite in einem bestimmten Zeitraum wieder und ein OnPage-Tool zeigt die vorhandenen Fehler auf der eigenen Webseite an.

Die Werte sind eindeutig und geben die entsprechende Richtung vor:

Verändert sich die Anzahl der Links nach oben, so ist das positiv und geht die Sichtbarkeitskurve (möglicherweise sogar über einen längeren Zeitraum) nach unten, so liegt eine Abstrafung Googles vor. So einfach ist das!

Oder doch nicht…?!

Genau hier beginnt die Krux und zwar die Interpretation der Daten im Zusammenhang mit allen eigenen Aktivitäten rund um das eigene Webprojekt.

Betrachten wir ein einfaches Beispiel: Die Anzahl der Links steigt!

Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht immer positiver Art. Wenn keine eigenen Backlinks gesetzt oder neuen Inhalte veröffentlicht wurden, die eine Vielzahl neuer Verlinkungen nach sich ziehen könnten, so sollte das eigene Linkprofil genauer in Betracht gezogen werden (was schon mal mit gratis Tools kaum bis gar nicht möglich ist). Gerade dann, wenn im gleichen Zeitraum auch die Sichtbarkeitskurve eher den Weg nach unten sucht.

Möglicherweise ist die eigene Webseite Opfer von „Negative SEO“ geworden. Dabei werden, meist von der Konkurrenz, massig Spam-Links auf die eigene Webseite gesetzt mit dem Ziel diese aus den SERPS zu verdrängen. Das Resultat ist ein Anstieg der eigenen „Backlinks“ und der gleichzeitige Verlust an Rankings und somit auch der Sichtbarkeit.

Dies ist nur ein Beispiel einer Interpretation. Natürlich kann auch eine Google Abstrafung vorliegen oder ganz andere Gründe haben.

Die Frage, die sich hier jeder Webseitenbetreiber und Unternehmer stellen sollte: Kann ich mir eine [endgültige] Meinung, an Hand von wenigen Daten, die mir kostenlose irgendwo im Netz zur Verfügung stehen Tools anbieten, wirklich bilden?

Selbst der erfahren SEO wird mit den meisten dieser Daten zwar einen ersten Eindruck gewinnen und eventuell eine erste Meinung bilden können, doch ein abschließendes Ergebnis würde wohl kein seriöser SEO ohne seine Arbeitswerkzeuge verlauten.

Die Unterschiede zwischen kostenlosen und kostenpflichten SEO-Tools

Die andere Seite der Medaille sind die teils gravierenden Unterschiede zwischen den Daten von kostenlosen SEO-Tools und kostenpflichten Profi-Tools. Wer schon einmal die Ergebnisse kostenloser und kostenpflichtiger Tools miteinander verglichen hat, weiß, dass die bezahlten Versionen mehr, genauere und detailliertere Daten liefern.

Doch wie kann das sein, dass es so drastische Unterschiede zwischen den gratis SEO-Tools und den kostenpflichten Profi-Tools geben kann? Ja, sogar zwischen den einzelnen bezahlten Tools gibt es hin und wieder massive Unterschiede.

Die Bezahlversionen der SEO-Tools bieten ihren Kunden Daten, die sie sonst nirgends im Internet finden. Warum? Weil alle großen Toolanbieter, wie Sistrix, Xovi und Co. eigene Datenbestände aufbauen und Historien selbst für die kleinsten Webseiten und Suchbegriffe mit geringem Suchvolumen haben, die mehrere Jahre zurückreichen.

Google will weg von der Keyword-Optimierung

Ein weiterer Punkt, der noch hinzukommt: Google hält seine Daten immer mehr zurück oder verallgemeinert diese so stark, dass kaum noch vernünftige Rückschlüsse gezogen werden können. Ein Paradebeispiel hierfür sind die Veränderungen der Ausgabe der Suchvolumina. Seit August 2016 gibt das Google Keyword-Tool nur noch ein zusammengefasstes Suchvolumen aus, wodurch die Keyword-Recherche nachhaltig erschwert wird.

In Betracht dessen, dass die Daten vieler kostenloser SEO-Tools genau auf diesem Datenbestand von Google basieren, so sollte spätestens jetzt jedem ein Licht aufgehen, warum viele dieser Tools keine relevanten Daten liefern können.

Gratis SEO-Tools: Ja, aber…

Das Ziel dieses Artikels ist es nicht die Sinnhaftigkeit von SEO-Tools zu hinterfragen, ebenso wenig kostenlose Tools schlecht zu machen. Es gibt eine Handvoll wirklich toller und sehr hilfreicher kleiner Helferlein, die auch in unserem Agenturalltag zum Einsatz kommen. Es handelt sich um ausgewählte SEO-Tools, wie z.B. die Google Search Console, Screaming Frog oder auch SEOkicks. Diese Tools eigenen sich hervorragend um einen guten Überblick zu erhalten und sich eine erste Meinung zu bilden.

Sobald es dann in die Detailarbeit geht, greifen wir auf kostenpflichte SEO-Tools, wie Sistrix, Xovi oder LinkResearchTools zurück. Nur so lässt sich am Ende des Tages eine tatsächliche und ausführliche Aussage über ein Webseite und ihr Entwicklung tätigen.

Veränderungen und Schwankungen von Sichtbarkeit, Rankings, Anzahl der Backlinks, etc. gehören zum normalen SEO-Alltag dazu. Anstatt bei jeder positiven oder negativen Veränderungen der Daten in Euphorie oder Panik zu verfallen, sollte Ruhe bewahrt und mit etwas Abstand die Fakten analysiert werden. Das schont nicht nur die eigene Stimmungslage, sondern schützt den Unternehmer und Webseitenbetreiber vor falschen Entscheidungen.

Ansprechpartner

Thomas Epple

Online Marketing Spezialist

071 577 22 30

thomas.epple@seoprofis.ch